Worauf ich achte
Bienen sind für das gesamte Ökosystem sehr wichtig!
Aber die Honigbiene kann ohne den Menschen nicht mehr alleine überleben.
Ich versuche meine Bienen so zu halten, dass zwischen Mensch, Tier und Natur
eine Symbiose entsteht. Das ist möglich, wenn sich der Mensch dem Tier annähert.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Naturraum nur eine bestimmte Menge an Bienenvölkern verträgt. Gibt es zu viele Bienen, so konkurrenzieren sie sich gegenseitig, was sich negativ auf die Gesundheit der Völker und auf den Honigertrag auswirkt. Aus diesem Grund habe ich meine Völkeranzahl in letzter Zeit stark reduziert.
Viele Bienenhalter investieren sehr viel Zeit in die Überwachung, die chemische Behandlung der Varoamilben und das Überleben ihrer Bienen. Damit schaden sie womöglich den Bienen aber mehr, als dass sie ihnen helfen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ein Volk, das nur durch starke Hilfe des Menschen überlebt, im kommenden Jahr kaum Honig einträgt. Es würde also ohne menschliche Unterstützung den Winter nicht überstehen. Anstatt Zeit und Kraft aufzuwenden, schwache Völker durchzubringen, setze ich lieber auf die Bildung möglichst gesunder und starker Jungvölker. Das erlaubt es, schwache Völker sterben zu lassen. Für uns Menschen tönt das im ersten Moment brutal. Aber die Bienen sind Wildtiere und leben einen natürlichen Lebenszyklus. Wenn ein Volk nur mit Medikamenten, starker Zufütterung und Wärmedämmung überlebt, dann stellt es für das Fortbestehen aller Bienen eine Gefahr dar, denn der Mensch greift so in die natürliche Selektion ein und fördert die schwachen Eigenschaften, anstatt die starken...
Bienenbestände harmonieren untereinander. Solange es genügend Völker im Umkreis gibt, suchen die Bienen der schwachen Völker den Weg zu den starken Völkern. So sichert die Natur das Fortbestehen der Population. Es liegt seit Jahrtausenden im Wesen der Natur, dass sich gute Eigenschaften durchsetzen, damit das Risiko des Aussterbens einer Spezies minimiert wird. Wer dies berücksichtigt, der muss zwar auf grosse Honigerträge verzichten. Dafür ist der Aufwand für die Bienenhaltung kleiner und die Qualität des Honigs liefert den Beweis dafür, dass es den Bienen so besser geht.
Also lieber die Kraft der Natur im Honig, als den Zucker aus der Industrielandwirtschaft, verfeinert mit Chemikalien aus der Imkerapotheke im Glas. Die Bienen zeigen es uns vor, denn sie meiden ihren Stock während chemischen Behandlungen und ziehen frischen Nektar schnödem Zuckerwasser vor, solange sie wählen können. Darum soll ein gerechter Anteil an selbst gesammeltem Honig im Stock bleiben. Und der "Hausfrieden" der Bienen soll bewahrt werden, indem nur so viel wie nötig in die Völker eingegriffen wird...
Der Natur abschauen lohnt sich - besonders bei Bienen
Fairness
Der Mensch ist immer stärker als das Tier. Der Stärkere sollte sich darum kümmern, dass es dem Schwächeren gut geht. Denn die Gemeinschaft ist nur so stark, wie das schwächste Glied in der Kette. Ich kann Bienen nicht halten, ohne sie ab und zu zu stören. Aber ich greife so schonend wie möglich in die Völker ein.
Nachhaltigkeit
Ich habe meine Bienenhaltung nach den Vorgaben von Biosuisse ausgerichtet. Jedoch verzichte ich auf eine Zertifizierung, da mir die Freiheit wichtig ist, mehr für die Bienen und die Natur zu tun, als ein formell errichteter Standard wie etwa die Knospe es tut. Es gibt z.B. viele Bio-Betriebe, die die Richtlinien auch einhalten, jedoch Bäume und Hecken auf ihrem Land soweit möglich eliminieren. Das ist für mich nicht nachhaltig.
Entwicklung
Ich beobachte die Bienen oft und genau. Dadurch lerne ich viel. Wenn ich eine Möglichkeit sehe, für die Bienen etwas zu verbessern, dann probiere ich das auch. Ich bin gegen starre Prinzipien, jedoch für Flexibilität im Handeln und Denken.
Wissenschaft
Für mich ist Wissenschaft, die Fähigkeit des Denkens zu nutzen, und sie mit der Wahrnehmung und mit Intuition zu erweitern. So komme ich zu Wissen, das dem Leben näher liegt, als es klassische wissenschaftliche Versuche ermöglichen. Kombiniert mit ethischen und moralischen Überlegungen entwickle ich meine Bienenhaltung ständig weiter.
Zertifizierung
Mein Honig wird von keiner Zertifizierungsstelle kontrolliert. Ich halte mit meiner Betriebsweise mehr Richtlinien ein, als ich müsste, um zu Knospen, Siegeln etc. zu kommen. Aber weder meinen Bienen, noch der Honigqualität, noch dem Kunden nützen all die Papiere, Kontrollen, Lizenzen und Gebühren etwas. Das Schwein wird nämlich nicht schwerer, wenn man es öfters wiegt. Hinter Stellis clerata stehen meine Überzeugung und mein Gewissen, keine Organisation, die zwar kontrolliert, aber ihrerseits gezwungen ist, Rendite abzuwerfen.
Qualität
Ich achte auf Sauberkeit und Hygiene, weil ich selber diesbezüglich heikel bin. Ich esse darum eigentlich nur meinen eigenen Honig.
Aus diesem Grund ist mir der Biowachskreislauf auch sehr wichtig. Bienenwachs nimmt Chemikalien und Schadstoffe auf und speichert sie sehr lange. Da Bienenwachs immer wieder verwendet wird, und der Honig ja in den Wachswaben eingelagert wird, ist mir sauberes Wachs sehr wichtig. Denn der Honig nimmt Schadstoffe, Geschmack und Gerüche sehr schnell an.
Standorte
Meine Bienenstöcke stehen an geographisch kleinräumlich geeigneten Plätzen. Das macht die Völker stark und den Honig schmackhaft. Allerdings entwickelt sich die Natur jedes Jahr anders. Somit kann nicht mit regelmässigen Erträgen gerechnet werden. Aber wenn es Ertrag gibt, dann merkt man dem Honig die reichhaltige Blütenpracht an. Probieren Sie selbst und schmecken Sie den Unterschied.
Graue Energie
In meinem Honig soll möglichst wenig graue Energie stecken, also möglichst wenig Transportkilometer und wenig unnötiger Energieverbrauch. Darum halte ich meine Bienen in der Nähe meines Wohnortes, füttere Biozucker, soweit möglich aus Schweizer Anbau, den ich mit solargeheiztem Wasser anrühre, und besuche meine Bienen möglichst mit dem E-Bike.
Bienen mögen die Nähe zu Pflanzen und Bäumen. Sie brauchen Wasser in ihrer Nähe und haben nicht gerne zu viele Nachbarn.
Auflagen für das Label Stellis clerata
Bereits erfüllt
- Honig direkt und ungemischt aus nur einem Bienenvolk
- Von Standorten, die für die Bienenhaltung gut geeignet sind
- Aus Völkern, die auf alternative Weise ohne Chemie gegen Varroamilben behandelt werden
- Kein direkter Einsatz von Rauch
- Bienenbeuten aus einheimischem Holz
- Schonender Umgang mit den Bienen, weil es nicht Arbeiterinnen, sondern Lebewesen sind
- Alle Anforderungen für das Goldsiegel (www.swisshoney.ch)
- Eigener Biowachskreislauf
- Belassen von reichlich Honig im Volk als Wintervorrat
- Zurückhaltende Zufütterung mit Biozuckerwasser
- Völkerführung unter Berücksichtigung des Lebenszyklus des Bienenwesens
In Arbeit
- Annäherung an eine noch nachhaltigere Bewirtschaftung mit dem Ziel, die Zufütterung auf ein Minimum zu reduzieren
- Ständiges Bestreben, die Vitalität und Gesundheit der Völker und nicht den Honigertrag zu steigern
Fernziel
- Eine Bienenhaltung, die das schonende und rücksichtsvolle Zusammenleben von Mensch und Tier anstrebt.
- Bienenvölker, die ohne Einsatz von Chemie und Medikamenten überlebensfähig sind.
- Eine Betriebsweise, die der ursprünglichen Lebensweise der Biene unter Berücksichtigung der heutigen Rahmenbedingungen möglichst nahe kommt.